Sabine Vogel
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Schönheitsideale - Edikt der Konventionen

Schönheitsideale - Edikt der Konventionen
2012
- 63cm
-
Porzellan, mit Porzellan-Farben in übereinander aufgebrannten Schichten bemalt. 14 mit Leder ausgefüttert Gelenke.
- Teilweise vergoldet mit 24karätigem Gold.

Lebensspuren Museum
25. April - 23. Dezember 2014


"Körper.EINGRIFFE
- Vom Ritual zum letzten Schrei" SONDERAUSSTELLUNG


"Body.INTERVENTIONS
- From Ritual to the last scream" Special Exhibition


lebensspuren.museum
Pollheimerstraße 4
Wels Österreich

Bist du schön genug oder müsste man da mal was machen?

Eingebundene Füße - Goldlotus oder Lilienfuß im alten China

Über tausend Jahre lang, bis 1910, wurde die Schönheit der Frauen in China
an der Größe ihren Füssen gemessen.

Den kleinen Mädchen im Alter von 3 bis 12 Jahren wurden die vier kleinen Zehen mit meterlangen Bändern stramm unter die Fußsohle gebunden, nur der große Zeh blieb stehen. Ferse und Zehen wurden so fest zusammengeschnürt, dass sich der Mittelfußknochen bogenförmig hochbog. Wenn das nicht funktionierte wurden die Mädchen gezwungen zu gehen oder vom Stuhl zu springen damit alle Knochen brachen und die Füße noch kleiner geschnürt werden konnten.
Alle paar Tage wurden die Bandagen entfernt und fester umwickelt. Die Füße in immer kleinere Schuhe gezwängt.
Die Schmerzen und der schreckliche Gestank der Füße waren beinahe unerträglich weil
die Haut und das Fleisch faulten, Zehen abstarben und Knochensplitter herauseiterten.
Viele Mädchen überlebten die Prozedur nicht.

Das große Wunder der Chinesischen Kultur war der "goldenen" Lotus, ein Fuß
nicht länger als 7,5cm. "Silber" war 10cm und alles darüber hinaus ein "eiserner" Lotus.
Eine Frau mit normal gewachsenen Füßen hatte keine Heiratschance und wurde
gesellschaftlich geächtet.

Wenn Sie eine Frau sind, tragen "gerne" Sie Schuhe mit hohem
Absatz weil sie einen schönen kleinen Fuß machen?

Das Schönheitsideal der Europäerinnen war die Wespentaille.

Viele Jahrhunderte lang ließen sich Europas Frauen den Atem mit Korsetts zuschnüren um die Taille bis auf 35cm zusammenzuziehen. Ideal wenn die Taille von zwei Männerhänden umspannt werden konnte.

Durch das Einschnüren wurde nicht nur die schmale Taille betont, sondern auch die Brust hervorgehoben, denn es galt die Devise - je üppiger der Busen, desto besser.

Bereits 12 jährige Mädchen mussten diese Prozedur ertragen, um dem gängigen Schönheitsideal zu entsprechen. Die inneren Organe wurden dabei schmerzhaft zusammengequetscht.
Im Jahre 1859 starb eine junge Dame, die von allen wegen ihrer schönen schlanken Taille bewundert wurde. Die Familie wollte wissen, wieso sie so jung gestorben war und ließ eine Autopsie vornehmen. Man fand heraus, dass sich drei Rippen in die Leber gebohrt hatten.
So starb diese junge Frau mit 23 Jahren an einem Korsett!

Und als sei das noch nicht genug musste Frau, um dem Schönheitsideal zu entsprechen, trotz ihres eingeschnürten Körpers auch noch "tonnenschwere" Kleidung durch die Gegend tragen. Natürlich alles aus freiem Willen und mit einem Lächeln.

Einem "Werbespruch" zufolge lernen Korsettträgerinnen zwangsläufig Unbequemlichkeiten und auch zuweilen Schmerzen zu dulden und zu ertragen. Sie sind leidensfähiger und dadurch auch duldsamer und einfühlsamer als Menschen, die eine solche Prozedur nie erlebt haben. Eine gute Ehefrau.
Die dünnste Taille gehört Ethel Granger aus Cambridgeshire, Großbritannien.
Im Jahr 1939 hatte ihre Taille einen Umfang von nur 33 cm.

In Äthiopien tragen die Frauen der Surma und Mursi einen Lippenteller.

Eine Frau ohne Lippenteller ist in den Augen der Surma-Männer unattraktiv.
Eine große Lippenplatte bringt bis zu 50 Stück Vieh als Brautpreis.
Nach Eintritt der Pubertät wird den Mädchen daher die Unterlippen durchbohrt und durch einsetzen von immer größeren Scheiben aufgedehnt. Damit dieser Lippenteller horizontale Halt gewinnt und nicht auf Grund seines Gewichtes mit der Lippe nach unten hängt, erhält diese Scheibe einen Gegenhalt in einer Zahnlücke des Unterkiefers. Diese Lücke entsteht durch das herausbrechen der beiden unteren Schneidezähne.

Der Maximaldurchmesser der Lippenscheibe kann bis zu 25 cm betragen. Die Frauen stellen die Teller aus Holz oder aus Ton her. Der Ton wird in passender Größe geformt, die Oberfläche ist oft mit einfachen Motiven verziert, rundherum mit einer Rille versehen und in der Sonne gehärtet.
Die Frauen dürfen in Gegenwart der Männer ihre Lippenteller auch beim Essen und Trinken nicht abnehmen.
Ein Foto für Touristen "kostet" umgerechnet 12 Cent, will man eine Frau mit dem Lippenteller ablichten, ist der Preis höher.

Der Giraffenhals der Padaung in Myanmar (Burma)

Sie nennen sich selber Padaung, was sich auf den Halsschmuck der Frauen bezieht.
Übersetzt bedeutet pa - "drumherum"; und daung - "glänzendes Metall". Damit ist die Messingspirale gemeint, die die Frauen um ihren Hals tragen.
Oft tragen sie dazu noch Messingringen an den Unterschenkeln und Silberreifen an den Armen.

Die kleinen Mädchen bekommen den ersten Halsring ab dem fünften Lebensjahr umgelegt. Der Hals des Mädchens wird mit einer Salbenrezeptur eingerieben und einige Stunden massiert, um die Halsmuskulatur zu entspannen bevor der Ring angelegt wird, Stoffpolstern milderten nicht nur den Schmerz, sondern vermieden so auch Abschürfungen.

Jedes Jahr wird dem Mädchen eine Spirale mit mehr Windungen angelegt.
Infolgedessen wird der Kopf optisch immer weiter von den Schultern weg gedehnt weil die Schultern, Schlüsselbeine und Rippen heruntergedrückt werden. Um in die rechte oder linke Richtung sehen zu können bewegt die Frau den Oberkörper und nicht den Kopf, denn nach einigen Jahren ist die Halsmuskulatur verkümmert und das Messinggestell übernimmt praktisch ihre Aufgabe den Kopf zu stützen.

Eine erwachsene Frau trägt bis zu 10 Kilogramm des massiven Messings mit 20 - 25 Windungen (30 - 40cm hoch) um den Hals, was ihr Körpergewicht folglich auch erhöht.
Die Frauen müssen im Alltagsleben sehr bedächtig sein und legen ihren Hals beim schlafen auf einen speziellen Bambushocker der das Gewicht trägt und dem Körper entlastet. Außerdem sind die Padaung Frauen nicht mehr in der Lage nach unten zu sehen oder ihr Kind beim Stillen anzuschauen.

Die Tradition wäre beinahe ausgestorben wenn die Touristen nicht so viel Geld bezahlen würden um eine Frau mit Giraffenhals zu sehen und zu fotografieren. Viele Padaung leben in angelegten Museumsdörfern in denen man sie und ihre Familien gegen Eintritt besichtigen kann.


Beauty ideals - Edict of conventions

- 63cm / 24.8 inches
-
Porcelain, with china paint applied in several layers, each layer fired elaborately in an individual process. 14 with leather lined joints.
- Partially gilded with 24k gold.

Are you beautiful enough or is it time you would have to do something?

Bound feet - Golden lotus or lily foot in old China

Over a thousand years, until 1910, the beauty of women in China was measured
by the size of their feet.

Little girls aged between 3 to 12 years were bound the four little toes with long ribbons taut under the foot sole, stayed only the big toe. Heel and toes were bound together so tightly that the metatarsal arched high. If that did not work, the girls were forced to walk or to jump off the chair
so broke all the bones and the feet were tied even smaller. Every few days, the bandages were removed and wrapped tightly again. The feet squeezed into smaller shoes.
The pain and the horrible stench of rotting feet were almost unbearable because the
skin and the meat, garlic and bone splinters were dying out fester.
Many girls did not survive the procedure.

The great miracle of the Chinese culture had been the "gold" Lotus, a foot no longer than 7.5 cm (2.9"). "Silver" was 10cm and everything beyond an "iron" Lotus.

A woman with normal grown feet had no marriage chance and was ostracized by society.

If you are a woman, you "like" to wear high heel shoes because they make a nice little foot?

The beauty ideal of Europeans was the wasp waist;
the tool - a corset.

For many centuries, women in Europe let lace up their breath by a corset to contract their waist up to
35 cm. Ideal if the waist could be spanned by two men hands.

By constricting not only the narrow waist was emphasized, but also highlighted the breasts
- for the motto - the more and lush breasts, the better. Even 12 year old girl had to endure this procedure in order to meet the standard of beauty. The internal organs were squeezed together thereby painful.
In 1859, a young lady died who was admired by all for her beautiful slender waist. The family wanted to know why she died so young and did conduct an autopsy. It was found that three ribs were drilled in the liver. So this young woman died at the age of 23 because she was wearing a corset!
As if that were not enough women had to conform to the ideal of beauty, despite her constricted body also still wear "extremely heavy" clothing around. Of course, all of their own free will and with a smile.
A slogan promises: "Corset wearing women inevitably learn to tolerate and endure discomfort and
sometimes pain. They are sentient and therefore also more tolerant and empathetic than people
who have never experienced such a procedure. A good wife."

The smallest waist belongs to Ethel Granger from Cambridgeshire, United Kingdom.
In 1939, her waist had a range of only 33 cm.

In Ethiopia, women of Surma and Mursi wear a lip plate.

A woman without lip plate is unattractive in the eyes of the Surma men.
A large lip plate can earn up to 50 head of cattle as bride price.
After puberty the lower lip of the girl will be pierced and distended by use of ever larger plates.
So this lip plates wins horizontal support and not hanging down with the lip because of its weight,
this plate gets a back stop in a tooth gap of the lower jaw. This gap is caused by the out break
of the lower teeth. The maximum diameter of a lip plate can be up to 25 cm.

The women produce the plates of wood or clay. The clay is formed into the appropriate size,
the surface is often decorated with simple motifs, provided with a groove around it and
hardened in the sun.
In the presence of the men women is not allowed removing their lip plates when eating and drinking.
A photo for tourists "cost" 12 cents converted, wants to photograph a woman with lip plate,
the price is higher.

The longneck Padaung of Myanmar (Burma)

They call themselves Padaung, what relates to the necklace of women. Translated, pa - "around", and daung - "shiny metal". With this the brass spiral is meant the women wear around their necks. Sometimes, they also wear brass rings on the lower legs and silver bands on the arms.
The little girls get the first neck ring from the age of five turned over. The neck of the girl is rubbed with an ointment formulation and massaged a few hours to relax the neck muscles before the ring is applied. Cloth upholstery alleviated not only the pain but also avoided as abrasions.
Each year the girl applied a spiral with more turns. As a result, the head is stretched optical further and further away from the shoulders because the shoulders, collar bones and ribs be pressed down. To see in the left or right direction the woman moves the torso no the head because after a few years, the neck muscles atrophied and the brass frame takes over almost their task to support the head.
An adult woman wears up to 10 kilograms of solid brass with 20 - 25 turns (30 - 40cm) around the neck, which consequently increase their body weight. The women have to be very cautiously in their everyday live and put their neck when sleeping on a special bamboo stools carrying the weight and relieve the body. In addition, the Padaung women are no longer able to look down or to watch her child while breastfeeding.

The tradition had almost died out when the tourists would not pay so much money to see a woman with a giraffe's neck and take pictures. Many Padaung live in created museum villages where you can visit them and their families for admission.

© Sabine Vogel. All rights reserved.