22.11.2018 10:04

Species nox

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Species nox

Der Aberglaube, Verstorbene könnten ihren Gräbern als Vampir entsteigen und zu den Lebenden zurückkehren, um sich an ihnen zu nähren oder mit in den Tod zu holen, war ein Mythos, der in Europa weit verbreitet war.

Nach der Aufklärung wandelte sich das Bild des Vampirs durch die Literatur von einem hässlichen Monster zu einer aristokratischen Gestalt - mit übernatürlichen Fähigkeiten und einer ganz besonderen sexuellen, fast schon hypnotischen Anziehungskraft.

Lord Byrons Leibarzt und Reisebegleiter John Polidori schuf mit Lord Ruthven die erste Romanfigur eines modernen, romantisierten Vampirs. Die Kurzgeschichte Der Vampyr entstand 1816 und gilt als erste Vampirerzählung der Weltliteratur.
Danach erschien mit der schönen Carmilla 1872 eine Frau als Vampir auf der Bühne der Schauergeschichten in der gleichnamigen Erzählung von Joseph Sheridan Le Fanu. Gefolgt 1897 von Graf Dracula, dem literarischen Urvater alle heutigen Vampir-Bücher und -Filme, in Abraham "Bram" Stokers Dracula.

Spezies nox - steht für eine junge Frau, die sich dereinst auf einen hochherrschaftlichen Ball amüsierte. Sie hatte sich schon lange darauf gefreut und besonders viel Mühe darauf verwandt, sich hübsch zurechtzumachen. Sie trug ein wunderschönes Kleid, bestickt mit Perlen, die in der Wärme der untergehenden Abendsonne schimmerten. Vielleicht habe ich Glück, dachte sie, und lerne heute meinen zukünftigen Gemahl kennen. Sie sah sich suchend um, ob ein infrage kommender Kandidat unter den Anwesenden weilte.
Da hinten, in einer Ecke, lehnte ein Mann an der Wand. Er sah sehr gut aus und lächelte geheimnisvoll, sein Blick zog sie magisch an.

...

Ihr Kleid, ein feines Gespinst fast vergessener Erinnerungen, schmiegt sich noch heute um ihren in scheinbar ewiger Jugend verbleibenden Körper. Die Perlen, mit denen es besetzt ist, glitzern wie winzige Tautropfen im kalten Nebel ewiger Nacht.